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DAKAR 2018 MATTHIAS WALKNER NACH ETAPPENSIEG AN DER SPITZE

Im Fokus:
 
Von einem Extrem ins andere: Die Dakar ist in Argentinien angekommen und gleich auf der ersten Etappe war es mit ca. 40 Grad im Schatten sehr viel wärmer als in Bolivien. Die größte Gefahr dabei war, auf dem riesengroßen sandigen Areal der Stage nicht zu ermüden bzw. im zweiten Teil der Etappe noch mit klarem Verstand navigieren zu können, wo es durch diverse Flussbetten ging.
 
Das Wesentliche:
 
Vielleicht wurde das Rennen der Motorräder schon gestern in den Flussbetten von Belén entschieden. Mehr als 50 Minuten irrten Kevin Benavides, Toby Price, Antoine Méo, Stefan Svitko, Joan Barreda und Ricky Brabec 10 Kilometer abseits der eigentlichen Strecke herum. Nach und nach verloren sie damit die Hoffnung auf den Gesamtsieg bei der Ankunft in Córdoba in ein paar Tagen. Für Adrien Van Beveren ist dieser Traum auf jeden Fall ausgeträumt, musste er das Rennen doch nur drei Kilometer vor dem Ziel nach einem Sturz aufgeben. Alles spielte damit Matthias Walkner in die Hände, der sich seinen ersten Etappensieg holte und nunmehr auch 39 Minuten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten in der Gesamtwertung hat. Bei den Autos dominiert im Gesamt-Klassement immer noch Carlos Sainz, obwohl Stéphane Peterhansel wieder eine tolle Etappen-Performance abgeliefert hat und Giniel De Villiers auf Platz 2 verweisen konnte. Peterhansel liegt jetzt in der Gesamtwertung auf Rang 2 vor Nasser Al-Attiyah, da dieser gestern mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Bei den Trucks ist Ton van Genugten mit gerade mal 33 Sekunden vor Local Hero Federico Villagra ins Ziel gekommen.
 
Glanzleistung des Tages:
 
Im Schatten der vier offiziellen Peugeots der 40. Dakar ist auch Khalid Al-Qassimi mit einem 3008 Maxi im Rennen. Der Fahrer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist auch ein Stammgast in der WRC und kennt die Dünen seiner Heimat wie seine Jackentasche. Mittlerweile hat er bei seiner zweiten Dakar schon mehrere Platzierungen in den Top 10 eingefahren und sich gestern sogar Platz 4 geholt. In der Gesamtwertung ist er damit auf den 7. Rang geklettert.
 
Größter Rückschlag:
 
Die Benavides-Brüder hatten hohe Erwartungen beim Start in ihrer Heimatstadt Salta. Auf den ersten 242 Kilometern fuhr Kevin Benavides an der Spitze des Feldes, bis er dann einem falschen Flussbett folgte. Vorher schien alles so, als könnte er sich die Gesamtführung auf dieser Etappe holen, nun liegt er aber 41 Minuten hinter Matthias Walkner zurück. Sein Bruder Luciano war drauf und dran sich den ersten Top-10-Platz zu holen, stürzte aber und wird seine erste Dakar nicht beenden können.
 
Statistik des Tages:
 
45 Kilometer vor dem Ziel wurde Nasser Al-Attiyah aufgrund eines technischen Gebrechens aufgehalten. Der Toyota-Fahrer erzielte deswegen nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 56 Kilometern pro Stunde. Auf derselben Strecke kam Stéphane Peterhansel gestern auf durchschnittlich 100 km/h.
 
Zitat des Tages:
 
Toby Price: „Es war einer dieser Tage, den du lieber vergessen würdest. Es ist hart, aber so ist es nun einmal. Jetzt kann ich lediglich versuchen, mein Bestes zu geben und dann werden wir sehen, was die restlichen Tage der Woche bringen. Für uns scheint es aber vorbei zu sein. Aber so ist der Stand der Dinge, damit müssen wir leben.
 
Die Deutschen im Rennen:
 
Dirk von Zitzewitz und Giniel de Villiers hatten überraschenderweise einen sehr guten Tag. Überraschend, da beide seit vorgestern mit Magenproblemen zu kämpfen haben. „Im Auto merkst du davon zwar nichts, aber wir haben es trotzdem etwas ruhiger angehen lassen, offenbar war das genau richtig, denn das Ergebnis spricht für sich.“ Die beiden beendeten die Etappe auf Rang 2. Auf ihren Teamkollegen bei Toyota, Nasser Al-Attiyah – auf Platz 3 in der Gesamtwertung – fehlen ihnen damit nur noch 10 Minuten. Auch Jürgen Schröder hatte einen weiteren Lauf. Nach den Plätzen 13 und 23 in den vergangenen beiden Etappen, ist es gestern Platz 20 geworden. Endlich gibt es auch Positives von den beiden deutschen Weltklasse-Beifahrern Andy Schulz und Timo Gottschalk zu berichten: Nach einer sehr wechselhaften Dakar mit ihren Piloten Mikko Hirvonen und Yazeed Al-Rajhi kommen Schulz-Hirvonen gestern mit dem neuen, noch von Kinderkrankheiten geplagten MINI-Buggy als 9. ins Ziel und Gottschalk-Al-Rajhi dürfen nach einem vermeintlichen Ausschluss die Dakar 2018 doch fortsetzen.
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